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Sicherheit am Bau

Auf einen Blick

Erfolge und Massnahmen

  • Exoskelett EXO-O1 und Jaibot erleichtern die Arbeit am Bau
  • E-Learnings in verschiedenen Sprachen lanciert

Gesundheit und Sicherheit von Anwendern

Immer noch gibt es zu viele Unfälle auf Baustellen – trotz der zahlreichen Sicherheitsvorschriften, die in den Märkten gelten, und den bereits von Unternehmen geförderten Massnahmen und Strategien zur Unfallvermeidung. Laut Eurostat weist das Baugewerbe von allen Branchen die höchste Zahl von Arbeitsunfällen auf.

Bedingt durch unzureichende Schutzausrüstung oder mangelnde Qualifikation der Anwender werden jährlich Tausende von Verletzungen und fast 20 Prozent aller Todesfälle von Bauarbeitern verursacht. Mit unseren Produkten und Services setzen wir uns seit mehr als 75 Jahren dafür ein, dass das Arbeiten auf Baustellen sicherer und gesünder wird. Mit technologischen Innovationen unterstützen wir den Schutz von Anwendern vor Staub, mechanischen Rückstössen, übermässigen Maschinenvibrationen oder Schnittverletzungen. Dies beginnt im Entwicklungsprozess unserer Produkte und geht bis hin zu Beratungen und Schulungen, um für den Bereich Anwendersicherheit und -gesundheit zu sensibilisieren.

Im Produktentwicklungsprozess, der Standards wie die europäische Maschinenrichtlinie einbezieht, beurteilen wir bereits zu einem frühen Zeitpunkt die ökologischen und gesundheitlichen Eigenschaften eines zukünftigen Produkts. Diese Beurteilung umfasst eine Vielzahl an Kriterien, darunter auch Vibration und Staubentwicklung. Zusätzlich findet in dieser Phase eine dezidierte, interne Beratung mit dem Entwicklungsteam statt, damit sicherheitsrelevante Erkenntnisse auch aus anderen Bereichen der Gruppe einfliessen können. Die Produktentwicklung tritt nur dann in die nächste Phase ein, wenn alle sicherheitsrelevanten Punkte zufriedenstellend geklärt wurden. Dieser strukturierte Entwicklungsansatz ermöglicht Produkte, die deutlich über die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen hinausgehen.

Foto: Hilti: Jahangir (Jan) Doongaji, Mitglied der Konzernleitung

Wir setzen uns seit mehr als 75 Jahren dafür ein, dass das Arbeiten auf Baustellen sicherer wird.

Jahangir (Jan) Doongaji,
Mitglied der Konzernleitung
Video: Hilti: Arbeiter mit Schlagbohrer
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Organisatorische Verankerung

Das Thema Anwendergesundheit und -sicherheit ist auf der Agenda aller unserer Geschäftsfelder und fliesst in deren jährliche Strategieprozesse ein. Wir evaluieren vor dem Hintergrund unserer Anwendungs- und Ergonomie-Erfahrung, wo wir bestehende Produkte im Sinne des Anwenders mit Blick auf die Sicherheit verbessern können, ob wir vorhandene Sicherheitslösungen auf neue Produktgruppen ausweiten können und welche neuen Lösungen für mehr Gesundheit und Sicherheit am Bau denkbar sind.

Neben den Geschäftsfeldern treiben unser zentraler Forschungsbereich «­Corporate Research & Technology» in Schaan (Liechtenstein) sowie das «Competence Center Health & Safety Technologies» in Kaufering (Deutschland) Anwendersicherheit voran. Seit 25 Jahren prüfen wir im Rahmen explorativer Technologie-Entwicklung kontinuierlich, wie Innovationen in diesem Kontext realisiert werden können.

Zusätzlich zur Produktbeobachtungspflicht sind wir darüber hinaus aufgrund unserer Vertriebsstruktur mit direkten Kundenkontakten sowie der Rückmeldungen aus unseren weltweiten Reparaturzentren in der Lage, Nutzererfahrungen im Umgang mit unseren Produkten schnell, umfassend und strukturiert zu erheben. Wir nehmen diese direkten Rückmeldungen aus dem Markt sehr ernst. Geht aus einer Reklamation hervor, dass bei der Verwendung unserer Produkte eine Verletzung eingetreten ist oder potenziell eintreten könnte, wird die Konzernleitung über diese Erkenntnisse unterrichtet. Sofern hierbei ein Produktmangel festgestellt wird, kommunizieren wir dies an die relevanten Ansprechpartner innerhalb unserer Gruppe und unternehmen alle notwendigen Schritte zur Behebung des Mangels. 

Auch in solchen Fällen zeigen sich die Vorteile unseres Qualitätsanspruchs und Vertriebsansatzes: Da jedes Hilti Produkt über eine eigene Seriennummer verfügt und mit der entsprechenden Kundennummer verknüpft ist, können wir lückenlos nachverfolgen, welches Gerät bei welchem Kunden im Einsatz ist und möglicherweise repariert oder ersetzt werden muss.

Unser Ziel ist es, höchste Ansprüche von Anwendern im Hinblick auf Gesundheit und Sicherheit zu erfüllen.

Foto: Hilti: Mitarbeiter mit Helm laufen auf einer Baustelle und unterhalten sich

Wie wir Anwendersicherheit konkret fördern

Grafik: Hilti: Haus mit 3 Hilti-Staubmanagement-Produkten als Lösung für mehr Gesundheit und Sicherheit von Anwendern am Bau

Unsere aktive Drehmomentsteuerung «Active Torque Control» (ATC) ist eine elektronische Lösung, die auf dem Airbag-System basiert. Wir haben diese ursprünglich für unsere Kombihämmer entwickelt und bereits im Jahr 2000 erstmals in ein Produkt integriert. Modernste Sensoren und eine Motorbremse reduzieren das Rückstossrisiko, indem sie helfen zu verhindern, dass sich ein Gerät beim Verklemmen unkontrolliert dreht. Mit ATC gehen wir deutlich über die Anforderungen der Maschinenrichtlinie hinaus, die lediglich eine mechanische Rutschkupplung vorsieht.

Wo gebaut wird, ist Staub allgegenwärtig. Staubpartikel können sich aufgrund ihrer geringen Grösse lange in der Luft halten und tief in die Lungen eindringen. Unser Fokus bei der Entwicklung von Lösungsansätzen liegt darauf, die Staubbelastung des Nutzers zu minimieren und dabei höchste Produktivität zu gewährleisten.

Bereits 1995 haben wir das erste Gerät mit integriertem «Staubabsaugsystem» auf den Markt gebracht. Heute können 95 Prozent unserer Elektrogeräte nahezu staubfrei betrieben werden. Wir konzipieren Elektrogeräte, Zubehörteile und Einsätze – wie Bohrer, Schleifscheiben, Schneidscheiben oder Meissel – als durchdachte Systeme mit Staubabsaugung, sogenannte Dust Removal Systems (DRS), um Staub schon an der Quelle zu entfernen und mit Hilfe leistungsstarker Staubsauger effizient aufzufangen.

Staubmanagement made by Hilti

Foto: Hilti: Mitarbeiterin wendet ein Hilti-Gerät an zur Reduzierung der Staubbelastung
Mit unserem System wird der Staub direkt dort abgesaugt, wo er entsteht: am Bohrloch. Eine nachträg­liche Reinigung ist nicht notwendig.

Wir beschäftigen uns weiterhin mit Auswirkungen typischer Arbeitshaltungen und -bewegungen beim Einsatz unserer Geräte, wie Überkopf- oder Überschulterarbeiten. Eine präventive Entlastung kann zur Reduzierung von arbeitsbedingten Muskel- und Skelett-Erkrankungen im Schulterbereich beitragen, einer der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit in der Baubranche. 2020 haben wir zwei mögliche Lösungen für dieses Problem vorgestellt. Unser Exoskelett EXO-O1 kann die Belastung für den Anwender reduzieren, ist leicht zu tragen und erhält den natürlichen Bewegungsspielraum im Oberkörper. Die geringere Ermüdung der Muskulatur ermöglicht eine Steigerung der Sicherheit, Produktivität und Qualität der Arbeit. Weiterhin unterstützt unser semi-autonomer Baustellenro­boter Jaibot insbesondere bei Decken­installationen und hilft damit, sich wiederholende und körperlich fordernde Aufgaben zu automatisieren. 

Mehr Information: Unternehmensbericht

Foto: Hilti: Hilti-Gerät Active Torque Control

Jaibot
Unser Baustellenroboter hilft, körperlich
fordernde Aufgaben zu automatisieren.

Neben den verschiedenen Gesundheits- und Sicherheitstechnologien widmen wir uns seit 2014 dezidiert der Sensibilisierung auf Baustellen. Dazu haben wir interaktive Schulungseinheiten speziell für Anwender entwickelt. Im Mittelpunkt aller unserer Schulungsmodule steht die Risiko- und Unfallreduzierung entsprechend der STOP-Methodik. Dies bedeutet Risikoreduzierung durch Substitution, technische, organisatorische und persönliche Schutzmassnahmen. Wir bieten gegenwärtig mehr als zehn verschiedene Schulungsmodule an – zum Beispiel im Bereich Staub, Arbeiten mit Winkelschleifern oder auch Funkenflug – und entwickeln unser Portfolio ständig weiter. Unser breites Angebot an Schulungen umfasst Trainings direkt vor Ort beim Kunden und virtuelle Formate mit unseren Expertinnen und Experten. Im Jahr 2020 konnten so etwa 12 000 Anwender geschult werden.

Darüber hinaus haben wir 2020 die ersten E-Learnings lanciert. Diese flexiblen und zu 100 Prozent digitalen Formate stehen in verschiedensten Sprachen zur Verfügung. Neue Kurse werden ab 2021 sukzessive in unseren Märkten ausgerollt.

Foto: Hilti: Tablet-Ansicht digitales Learning bei Hilti
E-Learnings bieten neue Möglichkeiten für digitales Lernen.