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Vertrauen schaffen

Auf einen Blick

Erfolge und Massnahmen

  • Überarbeitung des Verhaltenskodex für Mitarbeitende
  • Aufbau eines neuen Lernportals in fünf Sprachen

Geschäftsethik

Ethisches Geschäftsverhalten basiert auf Integrität, einem unserer Kernwerte, und ist für uns nicht nur eine rechtliche Anforderung, sondern bildet die nachhaltige Grundlage für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln. Es ist Teil der vertrauensvollen Zusammenarbeit innerhalb unserer Teams sowie mit unseren Kunden und Partnern. Das Selbstverständnis integren und ethischen Handelns gilt für alles, was wir tun, und an allen unseren Standorten weltweit.

Wir verpflichten uns selbst und die Branche zu höchsten Standards in der Geschäftsethik.

Video: Hilti: Mitarbeiter Schulung zur Geschäftsethik
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Organisatorische Verankerung

In unserer Gruppe existiert eine Compliance-Abteilung unter der Leitung des Chief Compliance Officers (CCO). Der CCO hat die Gesamtverantwortung für Compliance und berichtet an den General Counsel, der an den CEO berichtet. Zusätzlich kann er sich direkt mit dem Prüfungsausschuss im Verwaltungsrat in Verbindung setzen. 

Zu den Verantwortlichkeiten des CCO zählt die Überwachung und Bewertung der Compliance Risiken im Kontext des konzernweiten Risikomanagements, das jährlich gemeinsam mit der internen Konzernrevision aktualisiert wird. 

Managementsysteme und Richtlinien 

Darüber hinaus verantwortet der CCO unser konzernweites Compliance Management System (CMS), das sich an ISO 37301 sowie am Prüfungsstandard IDW PS 980 orientiert. Das CMS gilt für alle Konzerngesellschaften und bildet alle formalen Compliance-Zielsetzungen und Beschlüsse des Verwaltungsrates und der Konzernleitung ab. Es umfasst Richtlinien, Vorschriften, Prozesse, Organisationsstrukturen, Rollen und Verantwortlichkeiten sowie Angaben zu Planung und Durchführung von Compliance Massnahmen. Neben obligatorischen Vorgaben für alle Gesellschaften enthält das CMS auch Empfehlungen, wie einzelne Hilti Organisationen gemäss der Art und Komplexität ihrer Geschäftstätigkeit im Einklang mit den Zielvorstellungen handeln können. 

Die internen Richtlinien des CMS basieren auf dem Hilti Verhaltenskodex für Mitarbeitende sowie dem Verhaltenskodex für Lieferanten. Letzterer ist auch ein verpflichtender Bestandteil aller direkten Lieferanten­verträge und indirekten Lieferantenbeziehungen auf Basis einer Risikomatrix. 

Mehr Information: Nachhaltige Lieferkette

Integrität, einer unserer Kernwerte, beschreibt für uns ethisches und verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln.

Mirko Haase,
Chief Compliance Officer

Darüber hinaus enthält das CMS Vorschriften zu den Themen Kartellrecht, Geldwäsche, Diskriminierung, Verhinderung von Zwangs- und Kinderarbeit, Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutz (HSE), Datenschutz, Produktregulierungen, Menschenrechte, Bereiche der Exportkontrolle beziehungsweise Sanktionsrecht sowie Korruptionsprävention. 

Compliance Management System

Vorschriften zu den Themen:
 

  • Kartellrecht

  • Geldwäsche

  • Diskriminierung

  • Verhinderung von Zwangs- und Kinderarbeit

  • Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutz (HSE)

  • Datenschutz

  • Produktregulierungen

  • Menschenrechte

  • Exportkontrolle und Sanktionsrecht

  • Korruptionsprävention

Wie wir Geschäftsethik in unseren Prozessen verankern

Wir haben verschiedene Massnahmen eingeführt, um unsere Mitarbeitenden für das Thema Compliance zu sensibilisieren und dieses Wissen aktiv zu halten. 

Umfassende und zielgruppenorientierte Compliance-Trainingskonzepte stellen sicher, dass wir unsere Mitarbeitenden über diese Vorgaben informieren. Vor-Ort-Schulungen und Fallstudien sind ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie. Die Schulungen dienen sowohl der allgemeinen Einführung in Compliance-Fragen als auch der Vertiefung einzelner Aspekte und erreichen jährlich circa 1500 Mitarbeitende. Auch der sogenannte «Marktplatz» im Eingangsbereich unserer Konzernzentrale und Bildschirme in den Eingangsbereichen unserer Marktorganisationen werden regelmässig genutzt, um auf Compliance-Themen aufmerksam zu machen. Teilweise geschieht dies auch in Form von Ausstellungen und Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem «Marktplatz Datenschutz». 

E-Learnings und Workshops

   
Anzahl Teilnehmende   
 201820192020
E-Learnings Kartellrecht13 53615 4423 213
Präsenz-Workshops2 Compliance,
inkl. Kartellrecht und Antikorruption
23604229

1 Anzahl Teilnehmende in EU-Ländern basierend auf der Kartellrechtsinitiative 2019; zzgl. Teilnehmende an Kartellrechts-E-Learnings in nicht-EU Ländern (CN, BR, IN, JP, AU, ZA)
2 Compliance-Workshops generell (inkl. Kartellrecht und Antikorruption) sowie Workshops mit Fokus auf Kartellrecht für spezielle Teilnehmergruppen

Eine monatliche themenspezifische Kommunikation der Compliance-Abteilung im Intranet, über lokale Kanäle und unsere internen Kommunikationsplattform ­«Yammer» mit knappen einprägsamen Inhalten für die gesamte Belegschaft verstärkt das Bewusstsein für aktuelle und relevante Compliance Themen und knüpft als Erinnerung an absolvierte oder optionale E-Learnings an. 

Alle neuen Geschäftsführer einer Marktorganisation werden im Rahmen eines umfassenden Trainings für Geschäftsführer auf Compliance-Themen in ihrem Verantwortungsbereich geschult.

Unsere Belegschaft soll aber nicht nur ein Bewusstsein für Compliance-Themen haben, sondern auch aktiv zu einem regelkonformen Verhalten beitragen. Deshalb unternehmen wir grosse Anstrengungen, damit eventuelle Interessenskonflikte transparent gemacht werden. Neue Mitarbeitende müssen daher bereits im Einstellungsprozess alle entsprechenden Konflikte offenlegen, und bestehende Mitarbeitende müssen mindestens alle drei Jahre an einer Erhebung zu Interessenskonflikten teilnehmen – im Ermessen der lokalen Organisationen kann dieser Zeitraum auch verkürzt werden.

Alle Mitarbeitenden sind dazu aufgerufen, Verstösse gegen gesetzliche Bestimmungen oder interne Richtlinien zu unterbinden und zu melden. Für eine vertrauensvolle – und wenn notwendig anonyme – Kontaktaufnahme gibt es bei uns zahlreiche Möglichkeiten und Kanäle. Dies können Vorgesetzte oder Mentoren, unsere sogenannten «Sherpas», sein wie auch die Personalab­teilung. Unsere Mitarbeitenden können sich an die lokalen und regionalen Compliance Officer wenden, die zentrale Compliance-Abteilung, den CCO sowie die anonyme Compliance-Hotline «SpeakUp».

SpeakUp

nennt sich unsere anonyme Compliance-Hotline.

Ferner gehen wir jedem mutmasslichen Verstoss mit der gebotenen Sorgfalt im Rahmen von internen Ermittlungen nach, um sicherzustellen, dass Sachverhalte aufgeklärt und systemische Probleme erkannt werden. Wir achten entsprechend unseres Compliance Regelwerks darauf, dass sowohl die Rechte des Hinweisgebers als auch des Betroffenen nicht beeinträchtigt werden (Nicht-Vergeltungspolitik). 

Datenschutzkonformes Verhalten wird durch verschiedene technische und organisatorische Massnahmen unterstützt, während die Mitarbeitenden durch Schulungen und automatisierte IT-Sicherheitsanforderungen für datenschutzrechtlich relevante Themen sensibilisiert werden. Der Ansatz folgt einem möglichst datenschutzrechtlich orientierten Prozess-Design.

Wir verstehen uns als Innovations- und Premiumanbieter in unserer Branche, fördern einen fairen Wettbewerb und ­forcieren den technischen Fortschritt sowie die Digitalisierung. Wir haben eine Product Regulatory Compliance (PRC) Funktion etabliert, welche unabhängig von den Geschäftsbereichen an den CCO berichtet und die Erfüllung der produktregulatorischen Anforderungen über diese hinweg unterstützt und überwacht. In dieser Rolle stellt das Compliance ­Office auch Rechtsdatenbanken zusätzlich zu denen der technischen Bereiche zur Verfügung, um Zugriff auf Informationen zu Rechtsentwicklungen rechtzeitig zu gewährleisten. 

Wir bekennen uns zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact sowie zur Einhaltung der international anerkannten Menschenrechte, wie sie in der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen und der Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit niedergelegt sind, und wir setzen uns für den Schutz dieser Rechte ein. Wir reflektieren diese in unserem Verhaltenskodex für Mitarbeitende, unseren internen Richtlinien und dem Verhaltenskodex für Lieferanten

Mehr Information: Nachhaltige Lieferkette

Foto: Hilti: 3 Mitarbeiter mit Schutzhelm im Gespräch

Implementierungsbeispiele 2020

In unserer Nachhaltigkeitsstrategie wollen wir nicht nur bestehende gesetzliche Mindestanforderungen erfüllen, sondern ein sichtbares Zeichen für verantwortungsbewusste Unternehmensführung setzen. Dieses anspruchsvolle Ziel haben wir uns im Bewusstsein gesetzt, dass sich unternehmensethische Einstellungen und Verhaltensweisen nicht kurzfristig ändern lassen. Damit geht der Auftrag einher, unsere interne Organisation stetig zu verbessern, bestehende Systeme regelmässig zu hinterfragen und bei Bedarf Änderungen und Optimierungen vorzunehmen. 

Im Vordergrund der Umsetzung dieses Ziels stand 2020 unter anderem die Überarbeitung unseres Verhaltenskodex für Mitarbeitende.

Daneben wurde für alle Compliance Bereiche ein neues Lernportal mit über 50 neu erstellten Inhalten und Formaten in jeweils vielen Sprachen aufgebaut. Dies erlaubt die Durchführung moderner, effizienter und zielgruppengerechter Lernkonzepte auf den Einzelthemen. 

Anhand unserer jährlichen mit Konzernleitung und Verwaltungsrat abgestimmten Planungen werden wir systematisch weitere Massnahmen umsetzen, um unserer Verantwortung als global agierendes Unternehmen sowohl intern als auch extern gerecht zu werden. Dies bedeutet auch, dass wir kontinuierlich an den Massnahmen zur Erfüllung der sich ständig erhöhenden gesetzlichen Anforderungen arbeiten müssen. Schlüsselprioritäten sind die Standardisierung und Digitalisierung von Abläufen, die weitere Optimierung unserer Schulungsprogramme sowie eine strukturierte und verstärkte Auditierung der Einhaltung von ethischen Standards bei unseren Lieferanten. Dabei wird der Einhaltung der Menschenrechte besonderes Gewicht beigemessen.